Wissenschaft zuerst. Produkte später.

Was ist Curcumin (Kurkumin)?

Curcumin (auch Kurkumin geschrieben) ist der gelbe Farbstoff und Hauptwirkstoff der Kurkumawurzel (Curcuma longa). Es gehört zu den Polyphenolen und ist der am besten untersuchte Inhaltsstoff des Gewürzes. Im Kurkuma-Pulver macht es nur etwa 2 bis 5 % aus, und der Körper nimmt es nur sehr schlecht auf.

Curcumin einfach erklärt

Curcumin ist ein gelb-oranger Pflanzenstoff aus dem Wurzelstock der Kurkuma-Pflanze. Es gibt dem Curry seine Farbe und ist seit Jahrhunderten Teil der ayurvedischen Küche und Tradition. In der Wissenschaft interessiert man sich seit Jahrzehnten dafür, weil es in Labor- und Tierversuchen mit zahlreichen Stoffwechselvorgängen in Verbindung gebracht wurde, etwa mit Entzündungsbotenstoffen und oxidativem Stress.

Streng genommen ist „Curcumin“ ein Stoff, aber in Extrakten findest du meist drei verwandte Verbindungen zusammen, die Curcuminoide: Curcumin selbst (der größte Anteil), Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin. Auf Etiketten steht oft „Curcuminoide“ oder „Curcumin“, ohne dass beides sauber getrennt ist. Ein Blick auf die genaue Angabe lohnt sich.

Kurkuma-Pulver und Curcumin-Extrakt im Vergleich

Typische Größenordnungen, wie sie in unseren Artikeln beschrieben sind.

Merkmal
Curcumin-Gehalt
Kurkuma-Pulver
etwa 2 bis 5 %
Curcumin-Extrakt
oft auf bis zu etwa 95 % standardisiert
Merkmal
Weitere Inhaltsstoffe
Kurkuma-Pulver
ätherische Öle, Stärke, Ballaststoffe
Curcumin-Extrakt
kaum, hochgereinigt
Merkmal
Aufnahme ohne Hilfsmittel
Kurkuma-Pulver
gering, oft unter 1 % des Wirkstoffs im Blut
Curcumin-Extrakt
ebenfalls gering, sofern nicht besonders formuliert
Merkmal
Typische Verwendung
Kurkuma-Pulver
Küche, Geschmack
Curcumin-Extrakt
Nahrungsergänzung, Studien

Warum ist Curcumin so schwer aufzunehmen?

Curcumin ist lipophil und löst sich in Wasser praktisch nicht. In dem wässrigen Milieu des Darms klumpt es zusammen. Der kleine Teil, der die Darmwand passiert, wird in Darmwand und Leber rasch chemisch verändert (Glucuronidierung) und ausgeschieden, so dass freies Curcumin im Blut nur kurz vorhanden ist. Die Bioverfügbarkeit ist deshalb von Natur aus gering.

Dafür gibt es verschiedene Lösungsansätze: Einnahme zu einer fetthaltigen Mahlzeit, Zugabe von Piperin aus schwarzem Pfeffer (das allerdings auch den Abbau von Medikamenten beeinflussen kann), Mizellen, Phytosome oder Einschlusskomplexe mit Cyclodextrin.

Was weiß man aus Studien?

Zu Curcumin gibt es sehr viele Laborstudien und eine wachsende Zahl klinischer Studien, etwa zu Gelenkbeschwerden, Verdauung oder Entzündungsmarkern. Die Ergebnisse sind gemischt: Manche Studien zeigen Verbesserungen bei Fragebögen oder Laborwerten gegenüber Placebo, andere nicht. Häufige Einschränkungen sind kleine Gruppen, kurze Laufzeiten und uneinheitliche Präparate. Weil sich Produkte so stark unterscheiden, lassen sich Ergebnisse einer Studie nicht einfach auf jedes Kurkuma-Produkt übertragen.

Curcumin ist kein Arzneimittel, und kein Nahrungsergänzungsmittel kann eine Erkrankung heilen oder verhindern. Wichtig sind außerdem Qualität und Reinheit: Seriöse Hersteller lassen jede Charge im Labor prüfen (zum Beispiel mit HPLC) und legen ein Analysenzertifikat vor.

Curcumin kann die Gerinnung und den Abbau mancher Medikamente beeinflussen. Wenn du Medikamente nimmst, besonders Gerinnungshemmer, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei Gallensteinen oder Gallenwegserkrankungen ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Hinweis zur Sicherheit

Curcumin wird in üblichen Mengen meist gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen sind Magenbeschwerden oder Durchfall. In der Schwangerschaft, bei Gallenwegserkrankungen und bei Einnahme von Gerinnungshemmern solltest du vorher ärztlichen Rat einholen. Dies ist keine medizinische Beratung.

Curcumin in Curcumin+

Curcumin+ enthält Curcumin im Einschlusskomplex mit γ-Cyclodextrin (1000 mg Komplex mit 200 mg Curcuminoiden pro Tagesportion aus 2 Kapseln), ohne Piperin, in einer Pullulan-Kapsel. In einer kleinen Pilotstudie mit einer γ-Cyclodextrin-Formulierung (European Journal of Nutrition, 12 gesunde Erwachsene) wurde etwa das 39-Fache an Gesamt-Curcuminoiden und das 85-Fache an Curcumin (AUC, dosisbereinigt) gegenüber einem nicht formulierten Standardextrakt gemessen. Untersucht wurde dabei das Handelsprodukt eines anderen Herstellers, das mit einem anderen Verfahren hergestellt wird. Curcumin+ wird im Knetverfahren hergestellt; eine eigene Aufnahmestudie zu Curcumin+ gibt es nicht, die Werte lassen sich daher nicht direkt übertragen. Das beschreibt die Aufnahme, keine Wirkung auf eine Erkrankung.

Häufige Fragen zu Curcumin

Ist Curcumin dasselbe wie Kurkuma? Nein. Kurkuma ist die Pflanze bzw. das Gewürz, Curcumin einer ihrer Inhaltsstoffe, und zwar der gelbe Hauptwirkstoff.

Wie viel Curcumin steckt in Kurkuma? Im Pulver etwa 2 bis 5 %. Extrakte sind auf deutlich höhere Gehalte standardisiert.

Kann man Curcumin mit der Nahrung ausreichend aufnehmen? Aus dem Gewürz im Essen nur in kleinen Mengen und mit geringer Aufnahme. Das ist kein Grund zur Sorge, denn Kurkuma in der Küche ist ein Lebensmittel und kein Studienpräparat.

Wie lange dauert es, bis man etwas merkt? Studien messen meist nach mehreren Wochen. Es ist kein Akut-Mittel, und ob du etwas bemerkst, ist individuell.

Curcuminoide

Curcuminoide sind die gelben Wirkstoffe der Kurkumawurzel: Curcumin, Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin.

Bioverfügbarkeit

Bioverfügbarkeit gibt an, welcher Anteil eines Wirkstoffs tatsächlich im Blut ankommt – bei Curcumin ist sie von Natur aus sehr gering.

Kurkuma-Extrakt

Kurkuma-Extrakt ist ein konzentrierter Auszug aus der Kurkumawurzel mit hohem Curcuminoid-Anteil – Unterschied zu Pulver, Herstellung und Qualitätsmerkmale.

Piperin

Piperin ist der Scharfstoff des schwarzen Pfeffers. Es hemmt Abbauwege in Leber und Darm und erhöht so die Curcumin-Aufnahme – mit Medikamenten-Risiken.

Diese Artikel zeigen, was Curcumin ist, wie du es einnimmst und was Studien dazu sagen.

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