Was sind Curcuminoide?
Curcuminoide sind die gelben Farb- und Inhaltsstoffe der Kurkumawurzel. Zu ihnen gehören Curcumin, Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin. Standardisierte Kurkuma-Extrakte enthalten meist 95 % Curcuminoide, Gewürzpulver dagegen nur wenige Prozent.
Curcuminoide einfach erklärt
Wenn von „Curcumin“ die Rede ist, ist im Alltag oft das ganze Stoffgemisch gemeint. Fachlich sind Curcuminoide die Gruppe der Polyphenole, die Kurkuma gelb färben. Es sind drei Hauptvertreter, die sich nur geringfügig im chemischen Aufbau unterscheiden:
- Curcumin – der mengenmäßig größte Anteil, meist etwa drei Viertel
- Demethoxycurcumin (DMC) – eine Methoxygruppe weniger
- Bisdemethoxycurcumin (BDMC) – keine Methoxygruppe
Alle drei sind fettlöslich (lipophil) und werden vom Körper schlecht aufgenommen. Die genauen Mengenverhältnisse schwanken je nach Herkunft und Aufbereitung.
Die drei Curcuminoide
Typische Zusammensetzung eines Kurkuma-Extrakts (Richtwerte)
| Stoff | Abkürzung | Typischer Anteil |
|---|---|---|
| Stoff Curcumin | Abkürzung CUR | Typischer Anteil ca. 70–80 % |
| Stoff Demethoxycurcumin | Abkürzung DMC | Typischer Anteil ca. 15–25 % |
| Stoff Bisdemethoxycurcumin | Abkürzung BDMC | Typischer Anteil ca. 2–6 % |
Curcuminoide im Gewürz und im Extrakt
In der Kurkumawurzel selbst liegt der Gehalt an Curcuminoiden bei nur etwa 2–5 %. Der Rest sind Stärke, Ballaststoffe, ätherische Öle und Wasser. Ein Extrakt konzentriert die Curcuminoide dagegen auf rund 95 %. Das erklärt, warum die Dosierungen in Studien (oft 500–1.000 mg Curcuminoide) mit Gewürzpulver kaum erreichbar sind: Dafür wären viele Esslöffel täglich nötig.
Deshalb ist bei Produkten die Gehaltsangabe entscheidend: „500 mg Kurkuma“ ist nicht dasselbe wie „500 mg Curcuminoide“. Seriöse Hersteller geben die Curcuminoide separat an und belegen sie mit einer Analyse, etwa per HPLC, im Analysenzertifikat.
Warum ist die Aufnahme schwierig?
Curcuminoide lösen sich kaum in Wasser, sind in Magen und Darm wenig stabil und werden rasch umgebaut und ausgeschieden. Dadurch gelangt nur ein kleiner Teil unverändert ins Blut. Verfahren wie Mizellen, Phytosome oder Cyclodextrin-Komplexe versuchen, genau dieses Problem zu lösen. Bei Curcumin+ sind es 200 mg Curcuminoide, die als Einschlusskomplex mit γ-Cyclodextrin vorliegen; in einer kleinen Pilotstudie mit 12 gesunden Erwachsenen (Crossover) wurde mit einer γ-Cyclodextrin-Formulierung dosisbereinigt eine rund 39-fach höhere Gesamtaufnahme der Curcuminoide (AUC) gegenüber Standard-Curcumin gemessen. Untersucht wurde dabei das Handelsprodukt eines anderen Herstellers, das mit einem anderen Verfahren hergestellt wird. Curcumin+ wird im Knetverfahren hergestellt; eine eigene Aufnahmestudie zu Curcumin+ gibt es nicht, die Werte lassen sich daher nicht direkt übertragen.
Curcuminoide in der Wissenschaft und im Alltag
In Studien wird meist angegeben, wie viel Curcuminoide eine Tagesdosis liefert. Das macht Ergebnisse vergleichbar, weil verschiedene Präparate unterschiedlich viel Wirkstoff enthalten. Im Alltag begegnen dir Curcuminoide außerdem als Farbstoff E 100 in Lebensmitteln, in Senf, Käse oder Currymischungen. Ihre intensive Farbe ist auch der Grund, warum sie Messungen im Labor beeinflussen können und Textilien, Küchenutensilien und Fingernägel gelb färben.
Zur Sicherheit: Curcuminoide gelten in üblichen Mengen als gut verträglich. In seltenen Fällen wurden bei hochdosierten Präparaten Leberreaktionen berichtet; Details dazu stehen im Artikel zu Nebenwirkungen und im Eintrag zur Hepatotoxizität. Bei Vorerkrankungen oder Medikamenten gehört die Einnahme in ärztliche Absprache.
Häufige Fragen zu Curcuminoiden
Sind Curcumin und Curcuminoide dasselbe? Nicht ganz. Curcumin ist ein einzelner Vertreter, Curcuminoide sind die Gruppe aus Curcumin, Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin. Auf Etiketten wird beides manchmal gleichgesetzt, deshalb ist die Mengenangabe wichtig.
Warum steht auf Produkten „95 % Curcuminoide“? Das beschreibt einen standardisierten Extrakt: 95 % des Extrakts bestehen aus Curcuminoiden, der Rest sind andere Pflanzenbestandteile. Es sagt nichts darüber aus, wie viel davon im Körper ankommt.
Wie wird der Gehalt geprüft? Üblich ist die Flüssigkeitschromatographie. Sie trennt die drei Curcuminoide und misst jedes einzeln. Das Ergebnis steht im Analysenzertifikat einer Charge.
Sind alle Curcuminoide gleich wirksam? Das wird noch erforscht. Die meisten Studien nutzen Gemische, sodass Einzeleffekte schwer zu trennen sind.
Achte auf die Angabe „mg Curcuminoide pro Tagesdosis“ und nicht nur auf „mg Extrakt“ oder „mg Kurkuma“. Nur so lassen sich Produkte und Studiendosen vergleichen.


