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Was bedeutet Resorption?

Resorption bezeichnet die Aufnahme eines Stoffes aus dem Darm ins Blut. Erst was resorbiert wird, kann im übrigen Körper wirken. Bei Curcumin ist die Resorption gering, weil es sich schlecht in Wasser löst; Fett in der Mahlzeit begünstigt sie.

Resorption einfach erklärt

Wenn du eine Kapsel schluckst, ist ihr Inhalt zunächst nur im Magen-Darm-Trakt, also noch nicht „im Körper“. Damit er ins Blut gelangt, muss er die Darmwand passieren. Diesen Vorgang nennt man Resorption (umgangssprachlich: Aufnahme im Darm). Er findet vor allem im Dünndarm statt, dessen Oberfläche durch Falten und Zotten sehr groß ist.

Der Stoff muss sich dazu zuerst im Darmsaft lösen, dann die Darmwand überwinden, entweder durch Diffusion oder über Transportproteine, und gelangt über die Pfortader zur Leber.

Resorption und Bioverfügbarkeit

Beide Begriffe werden oft vermischt. Die Resorption beschreibt die Aufnahme aus dem Darm. Die Bioverfügbarkeit geht einen Schritt weiter: Sie gibt an, welcher Anteil tatsächlich unverändert im Blutkreislauf ankommt, nachdem auch Abbau in Darmwand und Leber (First-Pass-Effekt) abgezogen wurde.

Wovon die Resorption abhängt

Faktoren, die beeinflussen, wie viel aus dem Darm aufgenommen wird.

Faktor
Löslichkeit
Wirkung
Was sich nicht löst, wird kaum aufgenommen
Faktor
Fett in der Mahlzeit
Wirkung
fördert die Aufnahme fettlöslicher Stoffe über Gallensäuren und Mizellen
Faktor
Molekülgröße und Ladung
Wirkung
bestimmen, ob ein Stoff die Darmwand passieren kann
Faktor
Transportproteine
Wirkung
können Stoffe in die Zelle bringen oder wieder hinauspumpen
Faktor
Formulierung
Wirkung
kann Löslichkeit und Aufnahme gezielt verbessern

Resorption bei Curcumin

Curcumin ist stark lipophil und löst sich kaum in Wasser. Hinzu kommt, dass es nach der Aufnahme rasch abgebaut wird. Gewöhnliches Curcumin erreicht deshalb nur sehr niedrige Blutspiegel. Fett in der Mahlzeit verbessert die Resorption, aber nur begrenzt.

Technische Lösungen setzen bei der Löslichkeit an. Ein Beispiel ist der Einschlusskomplex mit γ-Cyclodextrin in Curcumin+: Dort liegt Curcumin in wasserlöslicher Form vor. In einer kleinen Pilotstudie mit einer γ-Cyclodextrin-Formulierung (12 gesunde Erwachsene, doppelblind, Crossover, Einzeldosis) fand man rund 39-fach mehr Curcuminoide insgesamt und rund 85-fach mehr Curcumin im Blut (AUC, dosisbereinigt), verglichen mit einem unformulierten, standardisierten Curcumin-Extrakt. Untersucht wurde dabei das Handelsprodukt eines anderen Herstellers, das mit einem anderen Verfahren hergestellt wird. Curcumin+ wird im Knetverfahren hergestellt; eine eigene Aufnahmestudie zu Curcumin+ gibt es nicht, die Werte lassen sich daher nicht direkt übertragen. Das beschreibt die Aufnahme, nicht eine gesundheitliche Wirkung.

Häufige Verwechslung: Resorption und Absorption

In der Medizin bezeichnet Resorption die Aufnahme in den Körper, im Englischen entspricht dem „absorption“. In der deutschen Pharmakokinetik werden „Resorption“ und „Absorption“ gleichbedeutend verwendet; „Resorption“ ist im medizinischen Deutsch der üblichere Begriff für die Aufnahme von Nährstoffen und Wirkstoffen aus dem Darm. Außerhalb der Medizin bedeutet „Absorption“ auch allgemein Aufsaugen, etwa von Licht.

Auch Hautaufnahme oder Aufnahme über die Schleimhaut heißen Resorption. Die Darmresorption ist aber der Normalfall bei Kapseln und Lebensmitteln.

Häufige Fragen

Wo findet die Resorption statt? Vor allem im Dünndarm. Einige Stoffe, etwa Alkohol oder bestimmte Medikamente, werden teils schon über Magen oder Mundschleimhaut aufgenommen.

Verbessert Fett die Resorption? Bei fettlöslichen Stoffen wie Curcumin und den Vitaminen A, D, E, K ja, weil Gallensäuren und Mizellen sie transportieren.

Kann ich die Resorption verbessern? Durch Einnahme zur Mahlzeit und durch geeignete Formulierungen. Sprich bei Medikamenten über den Einnahmezeitpunkt mit deiner Apotheke.

Merksatz

Nicht die Menge in der Kapsel zählt, sondern die Menge, die resorbiert wird. Zwei Präparate mit gleicher Dosis können im Blut sehr unterschiedlich ausfallen.

Bioverfügbarkeit

Bioverfügbarkeit gibt an, welcher Anteil eines Wirkstoffs tatsächlich im Blut ankommt – bei Curcumin ist sie von Natur aus sehr gering.

Lipophil (fettlöslich)

Lipophil heißt fettliebend: Solche Stoffe lösen sich gut in Fett und Öl, aber kaum in Wasser – wie Curcumin.

First-Pass-Effekt

Der First-Pass-Effekt ist der Abbau eines Wirkstoffs in Darmwand und Leber, bevor er den Körperkreislauf erreicht.

γ-Cyclodextrin

γ-Cyclodextrin ist ein ringförmiges Zuckermolekül aus acht Glucose-Einheiten, das fettlösliche Stoffe wie Curcumin einschließen kann.

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