Was ist die EFSA und was bewertet sie bei Curcumin?
Die EFSA (European Food Safety Authority) ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Parma. Sie bewertet wissenschaftlich, ob Lebensmittel, Zusatzstoffe und gesundheitsbezogene Aussagen sicher bzw. belegt sind. Über Zulassungen entscheiden anschließend die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten.
Was ist die EFSA?
Die EFSA wurde 2002 gegründet und berät als unabhängige Behörde die EU in Fragen der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit. Wichtig ist die Rollenverteilung: Die EFSA bewertet wissenschaftlich (Risikobewertung), die Entscheidung über Zulassungen und Regeln treffen die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten (Risikomanagement). Für Nahrungsergänzungsmittel ist sie auf zwei Ebenen relevant: bei der Sicherheit von Stoffen und bei Gesundheitsaussagen.
Die EFSA und Curcumin
Curcumin ist in der EU als Lebensmittelfarbstoff E 100 zugelassen. Die EFSA hat diesen Zusatzstoff neu bewertet und eine duldbare tägliche Aufnahmemenge (ADI) von 0–3 mg pro Kilogramm Körpergewicht abgeleitet. Das bezieht sich auf die Verwendung als Farbstoff in Lebensmitteln, nicht auf hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel.
Oft liest man, die EFSA stufe Curcumin als „GRAS“ ein. Genau genommen ist GRAS ein Begriff der US-Behörde FDA. Die EFSA arbeitet mit eigenen Verfahren. In Studien wurden Curcumin-Dosen weit über der Farbstoff-Menge über Wochen bis Monate gut vertragen, dennoch gibt es seltene Berichte über Leberreaktionen. Details dazu stehen im Artikel zu Nebenwirkungen.
Zwei Rollen der EFSA bei Ergänzungsmitteln
Wofür die Behörde zuständig ist
| Bereich | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Bereich Sicherheit | Frage Ist ein Stoff in bestimmter Menge unbedenklich? | Beispiel Bewertung von Zusatzstoffen wie E 100 |
| Bereich Gesundheitsaussagen | Frage Ist eine Wirkaussage wissenschaftlich belegt? | Beispiel Prüfung von Health Claims nach der Health-Claims-Verordnung |
Health Claims: warum gibt es kaum Wirkversprechen?
In der EU dürfen Hersteller nur gesundheitsbezogene Angaben machen, die zugelassen sind (Verordnung (EG) Nr. 1924/2006). Die EFSA prüft dafür, ob ein Zusammenhang zwischen Stoff und Wirkung wissenschaftlich belegt ist. Für Curcumin und Kurkuma ist derzeit keine solche gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Seriöse Anbieter sprechen deshalb über Studienlage und Aufnahme, nicht über Heilwirkungen. Wie belastbar Aussagen sind, hängt von der Evidenz ab.
Häufige Fragen zur EFSA
Ist die EFSA eine Zulassungsbehörde? Nein. Sie liefert wissenschaftliche Gutachten. Entschieden wird anschließend politisch-rechtlich durch die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten.
Gibt es von der EFSA zugelassene Aussagen zu Curcumin? Nach aktuellem Stand nicht. Das bedeutet nicht, dass Curcumin wirkungslos ist, sondern dass ein ausreichender Nachweis für eine konkrete Aussage bisher nicht anerkannt wurde.
Gilt der ADI-Wert auch für Kapseln? Er wurde für Curcumin als Farbstoff E 100 abgeleitet. Nahrungsergänzungsmittel liefern oft deutlich mehr. Für diese zählt die Gesamtbetrachtung aus Studienlage, Verträglichkeitsdaten und Qualität. Bei Vorerkrankungen oder Medikamenten gehört die Einnahme in ärztliche Absprache.
Wer ist in Deutschland zuständig? Hierzulande bewertet zusätzlich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und überwacht die amtliche Lebensmittelkontrolle der Länder die Produkte.
Eine EFSA-Bewertung eines Stoffes ist keine Produktzulassung. Wie sauber ein einzelnes Produkt ist, zeigt erst die Qualitätskontrolle der Charge, etwa Prüfung auf Gehalt und Schwermetalle.
