Was ist ein Phytosom?
Ein Phytosom (auch Phytosome) ist ein Komplex aus einem Pflanzenstoff, zum Beispiel Curcumin, und Phospholipiden wie Phosphatidylcholin. Die Fettbausteine bilden mit dem Wirkstoff einen Komplex und sollen so seine Aufnahme im Darm verbessern. Es ist eine von mehreren Bioverfügbarkeits-Technologien.
Phytosom einfach erklärt
Der Begriff setzt sich aus phyto (Pflanze) und -som (Körperchen) zusammen. Ein Phytosom entsteht, wenn ein Pflanzenwirkstoff chemisch-physikalisch mit Phospholipiden (zum Beispiel Phosphatidylcholin aus Sonnenblumen oder Soja) verbunden wird. Phospholipide sind auch die Bausteine unserer Zellmembranen und sind zugleich fett- und wasserfreundlich. So „verpackt“ kann ein Stoff wie Curcumin, der sich schlecht in Wasser löst, im Darm besser mit den Zellwänden in Kontakt kommen.
Der Name geht auf einen Hersteller zurück, der das Verfahren entwickelt und als Marke geführt hat. Im Alltag wird er heute oft allgemein für Phospholipid-Komplexe benutzt.
Phytosom bei Curcumin
Gewöhnliches Curcumin wird schlecht aufgenommen: Es ist kaum wasserlöslich und wird schnell abgebaut. Unsere Artikel zählen Phytosome zu den Technologien, die das Problem ohne Piperin angehen. Das Curcumin ist an Phospholipide gebunden, die Aufnahme gilt als solide und die Verträglichkeit als sehr gut. Auch in Arthrose-Studien wurde Phytosom-Curcumin eingesetzt, etwa Meriva in einer Registerstudie mit 1 g Komplex pro Tag (entspricht etwa 200 mg Curcumin pro Tag).
Zu den Zahlen: Je nach Formulierung und Studie wird für moderne Technologien eine Steigerung der Aufnahme um etwa das 7- bis 185-Fache gegenüber Pulver berichtet. Der obere Wert stammt aus einer Mizellen-Studie, nicht aus Phytosom-Studien; für Phytosome allein lässt sich daraus kein verlässlicher Faktor ableiten.
Drei Bioverfügbarkeits-Technologien im Vergleich
Vereinfachte Darstellung der Prinzipien.
| Technologie | Prinzip | Charakteristik |
|---|---|---|
| Technologie Phytosom | Prinzip Wirkstoff an Phospholipide gebunden | Charakteristik fettbasiert, gut verträglich |
| Technologie Mizellen | Prinzip Wirkstoff in winzigen Tröpfchen mit Emulgator | Charakteristik flüssig oder pulverförmig, oft hoher Faktor |
| Technologie γ-Cyclodextrin | Prinzip Wirkstoff im Zuckerring eingeschlossen | Charakteristik wasserlöslicher Komplex, ohne Emulgator |
Worauf du achten kannst
Ob ein Produkt wirklich ein Phytosom enthält, erkennst du an der Zutatenliste (Phospholipid, Phosphatidylcholin oder eine Phytosom-Angabe). Wichtiger als der Name sind die Fakten: Wie viel Curcuminoide stecken pro Portion, gibt es Daten zur Aufnahme am Menschen, und liegt ein Laborzertifikat vor? Wer eine Soja-Allergie hat, sollte bei Phosphatidylcholin aus Soja die Herkunft prüfen.
Phytosome verändern die Aufnahme, nicht die Wirkungsweise des Wirkstoffs. Auch bei besser aufgenommenem Curcumin gelten die üblichen Hinweise: Bei Medikamenten (insbesondere Blutverdünnern), Schwangerschaft oder Vorerkrankungen vorher ärztlich Rücksprache halten. Keine medizinische Beratung.
Häufige Fragen zum Phytosom
Ist ein Phytosom dasselbe wie ein Liposom? Nein. Liposomen sind Bläschen aus Phospholipiden mit einem Hohlraum, in den ein Stoff eingeschlossen wird. Beim Phytosom ist der Wirkstoff selbst an die Phospholipide gebunden. Beide nutzen aber Phospholipide.
Ist ein Phytosom besser als γ-Cyclodextrin oder Mizellen? Pauschal lässt sich das nicht sagen. Jede Technologie hat eigene Studien, Dosierungen und Messmethoden, deshalb sind Zahlen schwer direkt vergleichbar. Am besten schaust du, welche Daten es zum konkreten Präparat gibt.
Ist es vegan? Das hängt von der Herkunft der Phospholipide ab. Aus Sonnenblumen oder Soja sind sie pflanzlich. Auf dem Etikett oder beim Hersteller findest du die Angabe.


